Pro Single Schweiz lehnt die Steuer-Initiative der Mitte-Partei ab

Pro Single Schweiz, 4.10.2026

Pro Single Schweiz lehnt die Steuer-Initiative der Mitte-Partei entschieden ab, weil sie nur den Einverdienereheleuten zugutekommt. Die Alleinstehenden, das sind Ledige, Geschiedene und Verwitwete würden weiterhin benachteiligt, weil sie zum höheren-Alleinstehenden-Tarif besteuert würden.

Am 29. November 2026 kommt die Volksinitiative der Mitte-Partei «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare – Diskriminierung der Ehe endlich abschaffen!» zur Abstimmung.

Pro Single Schweiz lehnt diese Initiative aus folgenden Gründen ab:

  • In der Gesamtdiskussion über die sogenannte Heiratsstrafe werden einzig Vergleiche zwischen Verheirateten und Konkubinatspaaren angestellt. Alle anderen Steuerzahlenden werden ausser Acht gelassen. Das sind alle, die zum höheren Alleinstehenden-Tarif besteuert werden, nämlich Ledige (nicht nur Konkubinatspaare!), Geschiedene und Verwitwete. Diese Praxis widerspricht dem Gleichbehandlungsgrundsatz.
  • Mit der Individualbesteuerung, die am 8. März 2026 beschlossen wurde, wird für Alleinstehende endlich der gleiche Steuertarif angewendet wie für Verheiratete. 
  • Die Ausgestaltung der Mitte-Initiative steht noch nicht fest. Zur Diskussion stehen das Splitting-Modell sowie die Alternative Steuerberechnung. Das Splitting-Modell ist eine klare Privilegierung der Einverdienereheleute zulasten aller anderen Steuerzahlenden. 
  • Beide obenerwähnten Modelle hätten Steuerausfälle zur Folge, die von den Alleinstehenden, das heisst von Ledigen, Geschiedenen und Verwitweten mitgetragen werden müssten. Schon heute besteht ein Heiratsbonus, insbesondere bei Paaren, deren Einkommen sich stark unterscheiden. Etwa 40 Prozent der Paare mit Kindern entrichten keine direkten Bundessteuern, weil sie Kinderabzüge, Kinderdrittbetreuungskostenabzüge, Zweitverdienerabzüge sowie Abzüge vom Steuerbetrag pro Kind geltend machen können.
  • Pro Single Schweiz hatte sich schon vor dem 8. März für die Individualbesteuerung ausgesprochen und will an dieser auf allen Ebenen (Bund, Kantone und Gemeinden) festhalten. Es ist an der Zeit, dass alle Zivilstände zum gleichen Tarif besteuert werden. Steuern bezahlen nicht nur Verheiratete!

 

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